Allgemein

Abwehr I

Das vernünftige Auto

Wir suchen nach einem neuen Auto – und träumen heimlich von einem Geländewagen mit mindestens 3 Litern Hubraum – 150 PS und mindestens 1,8 Tonnen Leergewicht bei einem Verbrauch von 18l auf 100 Km. Leider feht das nötige Kleingeld….. und was kommt dabei raus ? Ein Opel Corsa 1,2 l, 12 Jahre alt mit ein paar Schrammen.

Dann treffen wir abends an der Theke einen Freund.
„Na hast du deinen Geländewagen gefunden?“ wird er fragen.

Und dann geht es los. Wir erklären voller Inbrunst wie unsinnig ein Gelädewagen ist, wie umweltschädigend, wie teuer in der Unterhaltung und überhaupt – wer braucht so was schon usw.usw……..Oft genug wiederholt wird diese Erklärung zu unserer Realität. Wir glauben selber daran. Besser noch – wir lamentieren über die Menschen die ein so umweltschädigendes Auto fahren, welches völlig überzogen für unsere guten Straßenverghältnisse in Deutschland ist.

Und warum?
Weil die Realität doch gar zu schmerzhaft ist. Wir haben nicht die Kohle für diesen Geländewagen, die Freundin würde Stress machen wenn ich mit so eine Kiste vorfahre, die Versicherung, die Steuer und den Sprit kann ich nur bezahlen wenn der Kühlschrank leer bleibt. Ich kann´s mir einfach nicht leisten.

Diese Realität würde mich vor meinem inneren Selbst abwerten. Also greife ich unbewusst zu einem Trick aus dem Werkzeugkasten der Abwehrmechanismen. Ich rationalisiere.
Rationalisierung ist der Versuch, eine verbotene Triebbefriedigung (teures, dickes Auto kaufen) oder ein Verbot (die Freundin macht Stress) mit scheinlogischen Argumenten zu begründen. Dies geschieht vordergründig nicht bewusst.

Geht das auch anders rum? Klar doch!
Ich kaufe den dicken Schlitten – bekomme besagten Stress – und erkläre dann weitschweifig wie toll und sicher so ein großer Wagen doch ist. Endlich haben wir Platz für den Großeinkauf. Das säuerliche Gesicht der Freundin übersehen wir dabei geflissentlich, weil uns jetzt eigentlich die Kohle für den Großeinkauf fehlt. 🙂

Ich begehe eine Selbsttäuschung um vor mir selber (und ggf. vor Anderen) gut dazustehen. Gegen diesen Mechanismus ist nicht zu sagen. Jeder von uns tut dies – und nicht nur einmal im Leben – sondern dauernd. Wir brauchen Abwehr zur Stabilisierung des Selbst.

Wer´s etwas wissenschaftlicher mag: http://0cn.de/j0ov

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